„KI als Wachstumsmotor: Was die erfolgreichsten Unternehmen anders machen“
Die meisten Unternehmen betrachten KI als Effizienz-Tool. Kosten senken, Prozesse beschleunigen, manuelle Arbeit reduzieren. Das ist nicht falsch — aber es ist auch nicht der Hebel, der den Unterschied macht. Eine aktuelle Studie von PwC zeigt ziemlich deutlich: Die wirklich erfolgreichen Unternehmen denken KI größer.
Die Studie: PwC AI Performance Study 2026
Am 13. April 2026 veröffentlichte PwC die „AI Performance Study“ (Quelle: PwC Global Newsroom, pwc.com/gx/en/news-room/press-releases/2026/pwc-2026-ai-performance-study.html). Für die Studie wurden 1.217 Führungskräfte (Director-Level und höher) aus 25 Branchen weltweit befragt — überwiegend aus großen, börsennotierten Unternehmen.
Die zentrale Erkenntnis: 74 % des wirtschaftlichen Nutzens aus KI wird von nur 20 % der Unternehmen abgeschöpft. Der Rest? Steckt noch im Pilot-Modus fest.
Was die Vorreiter anders machen
Die Studie identifiziert drei Muster, die KI-Vorreiter von der Masse unterscheiden:
1. Wachstum statt nur Kostensenkung
Die führenden Unternehmen setzen KI nicht primär ein, um bestehende Prozesse billiger zu machen. Sie nutzen sie, um neue Umsatzquellen zu erschließen und ihr Geschäftsmodell weiterzuentwickeln — insbesondere dort, wo Branchengrenzen verschwimmen.
Laut PwC ist genau dieser Faktor — Wachstum durch Branchenkonvergenz — der stärkste Einflussfaktor auf die finanzielle KI-Performance, noch vor reinen Effizienzgewinnen.
2. Workflows neu denken, nicht nur Tools draufsetzen
Die Gewinner gestalten ihre Arbeitsabläufe grundlegend um, anstatt einfach ein KI-Tool in den bestehenden Prozess zu stecken.
Das deckt sich mit dem, was ich in meinem letzten Artikel über die Grenzen von KI-Web-Interfaces geschrieben habe: Wer nur Copy-Paste zwischen ChatGPT und seinen bestehenden Tools betreibt, kratzt an der Oberfläche. Die echte Transformation passiert, wenn man Abläufe von Grund auf neu denkt.
3. Autonomie mit Governance kombinieren
Die dritte Erkenntnis klingt zunächst widersprüchlich: Die erfolgreichsten Unternehmen lassen KI deutlich häufiger eigenständig Entscheidungen treffen — investieren aber gleichzeitig massiv in KI-Governance, Frameworks und Kontrollgremien. Erst diese Leitplanken schaffen das nötige Vertrauen bei den Mitarbeitern, um KI wirklich loszulassen.
Joe Atkinson, Global Chief AI Officer bei PwC, bringt es auf den Punkt:
> „The leaders stand out because they point AI at growth, not just cost reduction, and back that ambition with the foundations that make AI scalable and reliable.“ > > — Joe Atkinson, PwC (Quelle: PwC Pressemitteilung, 13.04.2026)
Was das für den Projektalltag bedeutet
Die Studie bestätigt ein Muster, das ich in der Praxis immer wieder sehe: Der Unterschied liegt nicht in der Technologie selbst, sondern in der Haltung.
Drei Impulse für Teams und Projektleiter:
- Fragt euch nicht „Wo können wir KI nutzen?“ — fragt „Was könnten wir tun, was bisher nicht möglich war?“ Der Effizienz-Gedanke ist ein guter Einstieg, aber kein Endpunkt. Die spannendsten Ergebnisse entstehen, wenn KI neue Möglichkeiten eröffnet statt alte Prozesse zu optimieren.
- Investiert in Workflow-Redesign, nicht nur in Tool-Rollouts. Ein Pilot ist kein Ergebnis. Wer KI wirklich nutzen will, muss bereit sein, Arbeitsabläufe zu hinterfragen und umzubauen. Das kostet anfangs Zeit — zahlt sich aber exponentiell aus.
- Baut Vertrauen durch Struktur auf. Governance klingt unsexy, ist aber der Enabler für Skalierung. Ohne klare Leitplanken traut sich niemand, KI wirklich Entscheidungen zu überlassen. Und genau da liegt der größte Hebel.
Die wachsende Kluft
Die PwC-Studie warnt: Ohne einen Strategiewechsel wird sich die Kluft zwischen Vorreitern und Nachzüglern weiter vergrößern. Die führenden Unternehmen lernen schneller, skalieren bewährte Anwendungsfälle und automatisieren Entscheidungen auf einem Niveau, das für den Rest zunehmend schwer einholbar wird.
Das ist kein Grund zur Panik — aber ein deutliches Signal, dass „Wir haben auch ein KI-Pilotprojekt“ als Strategie nicht mehr reicht.
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Quelle: PwC (2026): „Three-quarters of AI’s economic gains are being captured by just 20% of companies – with the leading companies focused on growth, not just productivity.“ Pressemitteilung vom 13. April 2026. Verfügbar unter: pwc.com/gx/en/news-room/press-releases/2026/pwc-2026-ai-performance-study.html